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Waldzerstörung weltweit geht rasant weiter - Aktivisten hoffen auf UN-Konferenz in Brasilien
Die Zerstörung der Wälder weltweit geht rasant weiter: Im vergangenen Jahr wurde Experten zufolge eine Waldfläche größer als Schottland zerstört. 8,1 Millionen Hektar Wald wurden überwiegend wegen Landwirtschaft oder Minenbau abgeholzt beziehungsweise abgebrannt, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Vereinigung Forest Declaration Assessment ergab, der Wissenschaftler, Nichtregierungsorganisationen und andere Experten angehören. Trotz weltweiter Zusagen sei die Abholzung nicht deutlich verringert worden. Nun hoffen Aktivisten auf die UN-Klimakonferenz in Brasilien im November.
"Die Entwaldung hat seit Beginn des Jahrzehnts nicht wesentlich abgenommen", erklärte die Mitverfasserin des Berichts, Erin Matson. Trotz des Versprechens von mehr als 140 Staatenlenkern bei der Weltklimakonferenz COP im Jahr 2021, Entwaldung bis zum Ende des Jahrzehnts zu beenden, könne bisher keine nennenswerte Trendwende festgestellt werden, hieß es in dem Bericht. Im Jahr 2024 lag die weltweite Abholzung demnach um 3,1 Millionen Hektar über dem Höchstwert, der zur Erreichung des Ziels für 2030 erforderlich gewesen wäre.
Häufigster Grund für Entwaldung ist die Landnutzung durch Landwirtschaft, um Platz etwa für den Anbau von Pflanzen für Kakao oder Palmöl zu schaffen. Die Landwirtschaft war für 85 Prozent der Waldzerstörung im vergangenen Jahrzehnt verantwortlich, teils durch Brandrodung.
"Ein weiterer wichtiger und zunehmend bedeutender Faktor ist jedoch der Bergbau und der Abbau von Gold, Kohle und zunehmend auch von Metallen und Mineralien, die für die Umstellung auf erneuerbare Energien benötigt werden", erklärte Matson. Dieser Effekt ist den Forschern zufolge auf bestimmte Gebiete konzentriert, etwa im Kongo wegen Kobalt oder in Indonesien wegen Nickel.
Die für die Biodiversität und die CO2-Aufnahme besonders wichtigen Urwälder gingen in den tropischen Regionen allein im vergangenen Jahr um 6,7 Millionen Hektar zurück - eine Fläche von der Größe Panamas. Diese Rekordzahl geht vor allem auf große Brände zurück.
Auch die Verschlechterung der Wälder - etwa durch Straßenbau - erreichte im vergangenen Jahr ein hohes Niveau. Diese "stille Krise" betraf laut Matson 8,8 Millionen Hektar tropischen Wald im Jahr 2024.
Wissenschaftlerin Matson äußerte sich aber optimistisch über die anstehende Weltklimakonferenz im kommenden Monat im Amazonas-Regenwald in Brasilien. "Das ist die Wald-COP. Ich denke, es gibt hier viele Möglichkeiten", erklärte Matson. Brasilien will bei der Konferenz einen Fonds für tropische Wälder ins Leben rufen, um mit 125 Milliarden Dollar die Länder zu belohnen, die ihre Wälder schützen. Die COP30 findet vom 10. bis 21. November statt.
P.Martin--AMWN