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Iran: Kollaps & Aufstand
Seit dem Spätherbst 2025 hat die Islamische Republik Iran, einer der ruchlosesten Terror-Staaten unsers Planeten, ihre schwerste Wirtschafts‑ und Währungskrise seit dem Sturz des Schahs erlebt. Jahrzehntelange Misswirtschaft, internationale Sanktionen, der kurzzeitige Krieg mit Israel und der Rückfall von Einnahmen aus dem Ölgeschäft haben das Land tief ins Mark getroffen. Die Landeswährung, der Rial, verlor 2025 rund 45 % seines Wertes und stürzte Ende Dezember auf bis zu 1,45 Millionen Rial pro US‑Dollar. Unter den iranischen Bürgern wird aus Gewohnheit in Toman gerechnet (ein Toman entspricht zehn alten Rial); für viele Familien bedeuten die abstrakten Nullen schlicht leere Taschen. Offizielle Zahlen zeigen, dass die Verbraucherpreise im Dezember 2025 um mehr als 42 % gegenüber dem Vorjahr stiegen, während punktuelle Preissteigerungen sogar 53 % erreichten. Lebensmittelpreise kletterten im Jahresvergleich um 64 % bis 72 %, Gesundheits‑ und Medizinprodukte um 50 %. Löhne dagegen wurden durch die rasche Entwertung der Währung zu symbolischen Zahlen.
Der Verfall des Geldes ist keine plötzliche Erscheinung. Bereits 2022 lag der Kurs bei etwa 430 000 Rial pro Dollar, Ende 2025 kletterte er auf über 1,4 Millionen. Das jahrelange Nebeneinander von offiziellen, halb‑offiziellen und freien Wechselkursen schuf ein politisches Zuteilungssystem, das privilegierten Akteuren billige Devisen verschaffte, während gewöhnliche Händler den Marktpreisen ausgesetzt waren. Der internationale Währungsfonds erwartet, dass die Wirtschaft 2025 um 1,7 % schrumpft und 2026 um weitere 2,8 % schrumpfen wird. Der Staatshaushalt leidet unter einem hohen Defizit und sinkenden Öleinnahmen.
Alltag unter Hyperinflation
Die rapide Abwertung des Rial wirkt sich unmittelbar auf den Alltag aus. Mieten, Hochzeiten, Mietverträge und selbst Lebensmittel werden zunehmend in Dollar oder Gold abgerechnet. Importierte Waren wie Weizen, Kochöl und Medikamente werden immer teurer, da sich Firmen auf dem freien Markt mit Devisen versorgen müssen. Bäcker können Brote nicht bepreisen, weil sich der Einkaufspreis zwischen Bestellung und Lieferung mehrfach ändert. Bauern kämpfen mit explodierenden Kosten für Saatgut und Dünger, während die Regierung über neue Steuern diskutiert, die ab März 2026 gelten sollen.
Die Energie‑ und Wasserversorgung, einst eine Stärke des öl‑ und gasreichen Landes, ist an vielen Orten zusammengebrochen. Jahrzehntelange Fehlplanung und übermäßige Subventionen haben das Stromnetz marode werden lassen. Rolling Blackouts im Sommer und Gasmangel im Winter legen Fabriken, Krankenhäuser und Pumpstationen lahm. Iranische Behörden mussten im Sommer 2025 sogar Feiertage ausrufen, um den Stromverbrauch zu senken.
Noch gravierender ist die Wasserknappheit. Dürre und die unregulierte Entnahme von Grundwasser haben dazu geführt, dass Teherans Stauseen nur noch etwa 14 % ihrer Kapazität halten. In der Hauptstadt senkt sich der Boden um bis zu 30 Zentimeter pro Jahr; es bilden sich Krater und sinkende Straßen. 2025 kündigte Präsident Masoud Pezeshkian an, dass Teheran möglicherweise aufgegeben werden müsse, wenn bis zum Jahresende kein Regen einsetzt. Landesweit sind 19 große Dämme nahezu leer; manche Provinzen haben weniger als 10 % ihres Wasserspeichers. In Khuzestan, Chaharmahal und Bakhtiari protestierten Bauern 2025 wegen fehlender Wasserrechte.
Die Entfesselung der Revolte
Am 28. Dezember 2025 schlossen Händler im Teheraner Basar ihre Läden und riefen gegen die wirtschaftliche Misswirtschaft zum Streik auf. Innerhalb von zwei Tagen verbreiteten sich die Proteste in Großstädten und kleineren Orten. Dieses Mal standen nicht nur Studierende oder junge Frauen auf der Straße, sondern die Händler selbst – eine Schicht, die in der iranischen Geschichte Regime gestürzt hat. Im Lauf der Woche kamen Schüler, Studenten, Lastwagenfahrer, Ölarbeiter und sogar Pensionäre hinzu.
Die Demonstrationen richteten sich zunächst gegen Inflation, Währungsabwertung und steigende Preise. Doch bald wurden politische Forderungen laut: „Tod dem Diktator“, „Wir opfern unser Leben für Iran, nicht für Gaza oder den Libanon“ – ein Hinweis darauf, dass viele Menschen die Ressourcen des Landes nicht länger für ausländische Militanten geopfert sehen wollen. Historiker sehen in der Beteiligung der Händler ein Zeichen für einen Systembruch; wenn der Basar schließt, steht das System vor dem Kollaps.
Pezeshkian, der im Sommer 2024 nach dem Tod von Präsident Raisi ins Amt gewählt wurde, versprach öffentlich Reformen, neue Sozialleistungen und die Entlassung des Zentralbankchefs. Er erkannte das Recht auf friedliche Proteste an und räumte Versagen bei der Wirtschaftsführung ein. Gleichzeitig haben mächtige Justiz‑ und Sicherheitsapparate jedoch mit Härte reagiert. Der Oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei verschwieg sich in den ersten Tagen und überließ es den Revolutionsgarden, die Proteste zu unterdrücken.
Brutale Repression und steigender Blutzoll - die Terror-Mullah lassen morden
In den ersten Wochen der Proteste griffen Sicherheitskräfte hauptsächlich mit Tränengas ein. Doch als sich die Bewegung auf nahezu alle 31 Provinzen ausdehnte und Berichten zufolge Millionen von Menschen auf die Straße gingen, eskalierte die Gewalt. Am 8. Januar wurde das Internet fast vollständig abgeschaltet. Menschenrechtsgruppen dokumentierten, dass Sicherheitskräfte aus dem IRGC und der Polizei von Dächern und aus fahrenden Autos mit scharfer Munition auf Demonstranten schossen. Krankenhäuser berichten von Tausenden von Verwundeten mit Schusswunden, insbesondere an Kopf und Augen.
Die Ermittlung der Opferzahlen ist schwierig, da die Regierung die Kommunikation abschaltet und Informationen zensiert. Konservative Schätzungen gehen von rund 2 500 Todesopfern aus, während Aktivisten von 12 000 bis 15 000 Getöteten sprechen. Allein im forensischen Institut von Isfahan sollen mehr als 1 600 Tote gezählt worden sein. International tätige Menschenrechtsorganisationen dokumentierten mindestens 2 000 Tote bis Mitte Januar, dazu über 18 000 Verhaftete. Die Behörden setzen Zwangsgeständnisse im Staatsfernsehen ein und drohen mit beschleunigten Gerichtsverfahren und Massenexekutionen. In mehreren Provinzen sollen Sicherheitskräfte sogar auf Krankenhausgelände geschossen haben, um Verwundete zu verfolgen.
Die multiplen Krisen: Umwelt, Geopolitik und soziales Vertrauen
Die Wirtschaftskrise ist untrennbar mit anderen Krisen verbunden. Der zwölf Tage dauernde Krieg mit Israel im Juni 2025 vernichtete Teile des iranischen Raketenprogramms und führte zu Luftangriffen der Vereinigten Staaten auf iranische Nuklearanlagen. Diese Ereignisse sorgten für neue Sanktionen und verschreckten Investoren. Die Wiedereinführung des UN‑„Snapback“-Mechanismus im September 2025 friert iranische Vermögenswerte ein und verhindert viele Waffen‑ und Handelsgeschäfte.
Gleichzeitig beschleunigen klimatische Extreme den Verfall. Niederschläge lagen 2025 rund 40 % unter dem langjährigen Durchschnitt. Dadurch wurden Stauseen halb leer und mehr als 19 Dämme trockneten aus. Experten warnen, dass sich in Khuzestan, Sistan‑Balutschistan oder an der ehemaligen Uferlinie des Lake Urmia regelrechte Umweltflüchtlingsströme bilden könnten. Für viele Bauern ist Wasserknappheit der unmittelbare Auslöser von Protesten.
Parallel dazu verschärfen geopolitische Faktoren den Druck. Die militärische Niederlage der Revolutionsgarden im Konflikt mit Israel und das hohe Alter des Obersten Führers schüren Spekulationen über eine Führungskrise. Während dessen droht der ehemalige US‑Präsident Donald Trump mit Interventionen, sollten Sicherheitskräfte weiter auf Demonstranten schießen.
Ausblick: Ein Terror-Regime vor der Zerreißprobe
Die aktuellen Ereignisse markieren einen Wendepunkt. Die Revolte hat mit der Beteiligung von Händlern, Studierenden, Arbeitern und Bauern einen breiten gesellschaftlichen Charakter angenommen. Die Bewegung ist weitgehend dezentral; sie erinnert in ihrer Größe an die Revolution von 1979, als die islamische Republik entstand. Anders als damals fehlen jedoch eine charismatische Führungsfigur und eine geeinte Opposition. Teile des Militärs, der Revolutionsgarden und der Sicherheitsapparate halten dem Regime bisher die Treue.
Die schwere Wirtschaftskrise hat das soziale Vertrauen erschüttert. Wenn Geld seinen Wert verliert und die Versorgung mit Wasser, Strom und Gas zusammenbricht, wird das Vertrauen in den Staat erodiert. Mit jeder neuen Runde von Preisschüben und jeder weiteren Rationierung wächst die Zahl der Menschen, die „nichts mehr zu verlieren“ haben. Sollten sich die wirtschaftlichen Indikatoren nicht verbessern, ist die nächste Protestwelle vorprogrammiert.
Viele Iraner sehen ihr Land trotz riesiger Öl‑ und Gasreserven im Niedergang. Sie klagen über Korruption, Vetternwirtschaft und eine Priorisierung von Milizen im Ausland statt der heimischen Bevölkerung. Die derzeitige Protestbewegung fordert nicht nur niedrigere Preise oder einen stabilen Wechselkurs, sondern eine grundsätzliche Neuordnung des politischen Systems. Wenn das Regime weder die wirtschaftliche Katastrophe stoppt noch demokratische Reformen zulässt, dürfte der „totale Zusammenbruch der iranischen Wirtschaft“ unweigerlich zum größten Aufstand seit 1979 führen – mit ungewissem Ausgang.
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