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Industrieproduktion im Juni auf niedrigsten Stand seit fünf Jahren gesunken
Die Industrieproduktion in Deutschland ist im Juni auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren gefallen. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe nahm gegenüber Mai 2025 um 1,9 Prozent ab und sank damit auf das niedrigste Niveau seit Mai im Coronajahr 2020, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag aufgrund bisher vorliegender Ergebnisse mitteilte. Starke Rückgänge verzeichneten vor allem der Maschinenbau, die Pharma- und die Nahrungsmittelindustrie.
Die Produktion im Maschinenbau schrumpfte dem Statistikamt zufolge um 5,3 Prozent. Die Pharmaindustrie wies ein Minus von 11,0 Prozent auf und die Nahrungsmittelindustrie einen Rückgang um 6,3 Prozent. Bei der Energieerzeugung hingegen wirkte sich ein Plus von 3,1 Prozent positiv auf die Bilanz aus.
Die Statistikerinnen und Statistiker revidierten am Donnerstag auch die vorläufigen Angaben für den Mai. Gegenüber April sank die Produktion demnach leicht um 0,1 Prozent - statt um 1,2 Prozent zu steigen. Die "außergewöhnlich hohe Revision" sei auf Korrekturmeldungen aus der Automobilindustrie zurückzuführen.
Das Bundeswirtschaftsministerium verwies als Ursache des Rückgangs in der Produktion zum Teil auf eine "Gegenbewegung zu den Vorzieheffekten" der angekündigten US-Zollerhöhungen. Anfang des Jahres hatten Unternehmen Bestellungen vorgezogen, um ihre Lager aufzufüllen, bevor die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle gültig wurden. Es seien derzeit im Lichte verschlechterter Bedingungen durch die Zölle und gedämpfter Nachfrage aus Ländern außerhalb des Euroraums "keine Impulse für einen dauerhaften Aufschwung der Industriekonjunktur absehbar", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium weiter.
Ähnlich düster äußerte sich der Konjunkturexperte der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Jupp Zenzen. "Der Abwärtstrend ist ungebrochen", erklärte er. "Angesichts der schwachen Auftragseingänge gibt es auch keinen Grund zur Hoffnung, dass die Industrie nach zwei Jahren Rezession bald aus der Flaute herauskommen wird." Als "Wachstumsbremsen" benannte er Bürokratie, hohe Standortkosten und langwierige Genehmigungen, zudem spürten die Unternehmen die Auswirkungen der US-Handelspolitik.
Ch.Kahalev--AMWN