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Trumps Zollpolitik: Deutschlands Exportüberschuss im Handel mit USA geschrumpft
Deutschlands Exporte in die USA sind wegen der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr eingebrochen, die Importe aus den Vereinigten Staaten gleichzeitig gestiegen: Der Exportüberschuss Deutschlands im Handel mit den USA sank in den ersten elf Monaten auf den niedrigsten Stand seit dem Pandemiejahr 2021, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Gemessen am Gesamtwert aller Exporte und Importe löste China die USA wieder als wichtigster Handelspartner ab.
Die Exporte von Waren made in Germany in die USA gingen im Zeitraum von Januar bis November um 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück, wie das Statistikamt mitteilte. Der Wert erreichte rund 135,8 Milliarden Euro. Die Importe aus den Vereinigten Staaten stiegen bis November um 2,2 Prozent auf 86,9 Milliarden Euro.
Der von Trump stark kritisierte Exportüberschuss sank damit deutlich um 24,6 Prozent: vom Rekordhoch von 64,8 Milliarden Euro in den ersten elf Monaten 2024 auf noch 48,9 Milliarden Euro im selben Zeitraum im Jahr 2025.
Starke Einbußen musste vor allem die Autoindustrie hinnehme: Die Ausfuhr von Autos und Autoteilen brach von Januar bis November um 17,5 Prozent auf einen Wert von 26,9 Milliarden Euro ein. Der Export von Maschinen ging um 9,0 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro zurück. Die Pharmaindustrie dagegen konnte die Ausfuhrmengen halten, sie legten um 0,7 Prozent auf einen Wert von 26,2 Milliarden zu.
Pharmazeutische Produkte waren gleichzeitig die am meisten importierten Waren aus den USA: Ihre Einfuhr stieg um 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 13,7 Milliarden Euro. Auch bei Flugzeugen, Schiffen und Datenverarbeitungsgeräten gab es Zuwächse. Der Import von Öl und Gas aus den USA dagegen ging um 13,5 Prozent zurück.
Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, erwartet keine Änderung: Der Rückgang der Exporte dürfte "nicht der letzte gewesen sein", erklärte er. "Der US-Markt dürfte auf absehbare Zeit für deutsche Exporteure kein Wachstumsmarkt mehr sein, sondern ist zum Risikogeschäft mutiert."
Die Hoffnung aus dem vergangenen Sommer, dass mit dem Handelsabkommen zwischen den USA und der EU eine gewisse Stabilisierung im transatlantischen Handel eintreten würde, habe sich spätestens mit Trumps neuen Drohungen in Zusammenhang mit dem Grönland-Streit zerschlagen. "Spätestens jetzt ist klar: Die USA sind bis auf weiteres kein verlässlicher Handelspartner und Absatzmarkt mehr", erklärte Dullien. "Selbst gerade geschlossene Vereinbarungen können über Nacht wieder hinfällig sein, wenn Donald Trump eine neue Laune bekommt."
L.Davis--AMWN