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US-Außenminister Rubio bestreitet Existenz einer Ölblockade gegen Kuba
US-Außenminister Marco Rubio hat die Existenz einer Ölblockade der USA gegen Kuba bestritten. "Es gibt an sich keine Ölblockade gegen Kuba", sagte Rubio am Dienstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Havannas früherer Verbündeter Venezuela habe lediglich "beschlossen", Kuba "kein kostenloses Öl mehr" zu geben.
Kuba habe früher kostenlos Öl aus Venezuela erhalten, erklärte der US-Außenminister. Die Führung in Havanna habe jedoch etwa 60 Prozent dieses Öls im Gegenzug für Bargeld verkauft. "Es kam der Bevölkerung überhaupt nicht zugute", sagte Rubio.
Die Regierung in Havanna warf Rubio dagegen vor, bezüglich der Ölblockade gegen Kuba zu lügen. Rubio habe "sich schlicht dafür entschieden, zu lügen" und "widerspricht dem Präsidenten und der Sprecherin des Weißen Hauses", erklärte der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez im Onlinedienst X.
Rodríguez verurteilte zudem die jüngsten US-Sanktionen gegen kubanische Regierungs- und Wirtschaftsvertreter, die US-Präsident Donald Trump am 1. Mai verfügt hatte. "Der Außenminister weiß ganz genau, welches Leid und welchen Schaden er heute dem kubanischen Volk zufügt", erklärte der kubanische Chefdiplomat.
Das US-Militär hatte im Januar den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gefangen genommen und in die USA gebracht. Anschließend sorgte Washington dafür, dass Venezuela, der bis dahin wichtigste Öllieferant Kubas, seine Lieferungen an Havanna einstellte.
Kuba steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Mit einer Ölblockade gegen die kommunistisch regierte Karibikinsel hatte Trump die Krise zuletzt massiv verschärft.
In den vergangenen Monaten kam es in Kuba wiederholt zu landesweiten Stromausfällen, die teilweise tagelang andauerten. Der öffentliche Nahverkehr ist eingeschränkt, Benzin wurde rationiert. Mehrere Fluggesellschaften fliegen die Karibikinsel wegen der dortigen Treibstoffknappheit mittlerweile nicht mehr an.
Die US-Regierung hatte zuletzt den Druck auf die kommunistisch regierte Karibikinsel erhöht und wiederholt wirtschaftliche und politische Reformen in Kuba gefordert. Zugleich hat Trump wiederholt laut darüber nachgedacht, Kuba zu "übernehmen".
Die Insel liegt 145 Kilometer vor Florida und unterliegt seit der kommunistischen Revolution unter Führung von Fidel Castro im Jahr 1959 fast ununterbrochen einem US-Handelsembargo. Zuletzt fanden jedoch auch Gespräche zwischen beiden Seiten statt.
Y.Nakamura--AMWN