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Mindestens 27 Tote und Dutzende Verletzte bei Lokal-Brand in Bangkok
Bei einem Feuer in einer Restaurant-Bar in der thailändischen Hauptstadt Bangkok sind mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende weitere verletzt worden. Von den 73 Verletzten wurden nach Angaben der Rettungskräfte am Montag 25 intensivmedizinisch behandelt. Nach Angaben von Behördenvertretern bestand der Verdacht, dass der Notausgang blockiert gewesen sei.
"Das Feuer hat sich sehr schnell ausgebreitet und die Decke erreicht", sagte der Gouverneur von Bangkok, Chadchart Sittipunt. Die starke Rauchentwicklung in dem Lokal namens "Rong Beer Na Lat Phrao" sei "wahrscheinlich der Hauptgrund für die Todesfälle" gewesen.
Ein Video vom Unglücksort, dessen Echtheit von der Nachrichtenagentur AFP verifiziert wurde, zeigte Menschen, die am späten Sonntagabend schreiend aus der Bar rannten. Bei einigen brannte die Kleidung, aus dem Ausgang schlugen Flammen.
Die Behörden teilten mit, von den 27 Todesopfern seien bislang zehn identifiziert worden. Es handele sich um neun Thailänder und einen Menschen aus Laos. Die Polizei sammelte am Montag vor Ort Spuren. Vor dem ausgebrannten Lokal sah ein AFP-Journalist mehrere Leichensäcke, Dutzende Einsatzkräfte waren vor Ort.
Mehrere Opfer wurden in der Nähe des Notausgangs gefunden. Dies könnte nach Angaben der Ermittler darauf hinweisen, dass der Ausgang blockiert war. Laut Polizeichef Kitrat Panphet wurden die meisten Leichen in den Toiletten gefunden. Weil es kein Licht gegeben habe, als der Brand ausgebrochen sei, seien die Gäste in Panik geraten.
Über die Brandursache wollten die Ermittler laut dem Polizeichef mit dem Eigentümer des Lokals sprechen, der allerdings derzeit auf der Intensivstation behandelt werde. Als mögliche Brandursachen würden die Elektrik des 50 Jahre alten Gebäudes und die Innenausstattung untersucht.
"Ich habe laute Schreie von vielen Menschen im Inneren gehört", sagte der laotische Tourist Kan Kutirat, der in der Bar ein Bier getrunken hatte, als er Rauch bemerkte. "Es herrschte Chaos."
Der Motorrad-Taxifahrer Surin Jaiharn sagte: "Ich habe viele Tote gesehen, und ich weiß nicht, was mit den Leuten passiert ist, denen ich geholfen habe". Der 45-Jährige hatte demnach bei fünf Menschen mit Tüchern die Flammen gelöscht, die ihre Kleidung erfasst hatten.
Ein hochrangiger Vertreter des Justizministeriums kündigte an, dass alle Familien der Todesopfer jeweils 300.000 Baht (7900 Euro) erhalten. Die Verletzten könnten bis zu 80.000 Baht vom Staat bekommen.
Ministerpräsident Anutin Charnvirakul sagte am Unglücksort vor Journalisten, Musiker in dem Lokal am Stadtrand von Bangkok hätten von "Rauch an einem Hauptschalter in der Nähe der Bühne" berichtet, "gefolgt von einem Stromausfall und einer Explosion". "Die meisten Opfer sind nach hinten gerannt, zu den Toiletten, wo es keinen Ausgang gab." Möglicherweise hätten sie aus Panik gehandelt, weil das Lokal "schnell voller Rauch" gewesen sei.
Später sagte der Regierungschef vor Journalisten, ersten Ermittlungen zufolge habe es viele "tote Winkel" in dem Lokal gegeben, von denen aus keine Notausgänge zu sehen gewesen seien. "Alle rannten, fielen übereinander", berichtete Athipat "Ice" Wijarn, dessen Band zum Zeitpunkt des Unglücks in dem Lokal aufgetreten war. Die Sängerin und der Keyboarder starben in den Flammen.
Das gegen 23.00 Uhr Ortszeit ausgebrochene Feuer wurde nach Angaben der Polizei am Montag gegen 02.00 Uhr unter Kontrolle gebracht. Laut dem Chef des Bangkoker Katastrophenschutzes, Suriyachai Rawiwan, waren die Einsatzkräfte fünf Minuten nach dem ersten Notruf vor Ort eingetroffen. Bis dahin habe sich der Brand aber schon auf das gesamte Lokal ausgebreitet, "was uns den Zugang erschwerte". Tische und Stühle hätten die Fluchtwege blockiert und die Hitze sei enorm gewesen.
Die Sicherheitsvorschriften für Lokale in Thailand werden immer wieder als zu lax kritisiert. 2022 waren bei einem Disko-Brand in der östlichen Provinz Chonburi 25 Menschen ums Leben gekommen. An Neujahr 2009 starben beim bislang schwersten Brand in Bangkok der vergangenen zwei Jahrzehnte 67 Menschen.
M.A.Colin--AMWN