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Hamas stimmt laut Vertreter Vorschlag für Waffenruhe mit Israel zu
Die islamistische Palästinenserorganisation Hamas ist offenbar bereit, eine neue Waffenruhe mit Israel zu vereinbaren. Die Hamas habe einen Vorschlag des US-Sondergesandten Steve Witkoff für eine neue Feuerpause akzeptiert, sagte ein Hamas-Vertreter am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Unterdessen wurden bei israelischen Angriffen im Gazastreifen nach Angaben der Hamas-Behörden mehr als 50 Menschen getötet. Israel verhängte strikte Sicherheitsvorkehrungen am Jerusalem-Tag, mit dem das Land alljährlich die Eroberung des Ostteils der Stadt im Sechstagekrieg feiert.
Nach Angaben aus palästinensischen Verhandlungskreisen sieht der Vorschlag die Freilassung von zehn im Gazastreifen festgehaltenen israelischen Geiseln, eine 70-tägige Waffenruhe und einen Teil-Abzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen vor. Demnach sollten fünf lebende Geiseln in der ersten Woche der Waffenruhe freigelassen werden und fünf weitere lebende Geiseln gegen Ende der 70 Tage.
Israel hatte nach einer zweimonatigen Waffenruhe Mitte März seine Angriffe im Gazastreifen wieder aufgenommen und seinen Militäreinsatz in dem Palästinensergebiet jüngst verstärkt. Zehntausende Reservisten wurden einberufen. In Doha laufen unter Vermittlung von Gastgeber Katar sowie Ägypten und den USA Gespräche über eine neue Waffenruhe und die Freilassung weiterer in den Gazastreifen verschleppter Geiseln.
Im Gazastreifen wurden am Montag bei israelischen Angriffen nach Angaben des Hamas-Zivilschutzes mindestens 52 Menschen getötet, darunter 33 in einer als Notunterkunft genutzten Schule. Viele der Opfer in der Schule in der Stadt Gaza seien Kinder, erklärte die Hamas-Zivilschutzbehörde. Die israelische Armee erklärte hingegen, das angegriffene Schulgebäude habe "wichtigen Terroristen" der Hamas und des Islamischen Dschihad als "Kommando- und Kontrollzentrum" gedient. Zudem seien vor dem Angriff am Montagmorgen "zahlreiche Schritte ergriffen worden, um das Risiko einer Verletzung von Zivilisten zu verringern".
Binnen 48 Stunden seien "mehr als 200 Ziele im gesamten Gazastreifen" angegriffen worden, teilte die Armee mit. Dazu gehörten "Terroristen, Waffenlager, Scharfschützen- und Anti-Panzer-Raketenposten und Tunnel". Am Montag ordnete die israelische Armee zudem die Evakuierung mehrerer Stadtteile von Chan Junis im Gazastreifen an. "Terroristische Organisationen" nutzten diese Gebiete, um von dort Raketen abzufeuern, erklärte ein Armeesprecher.
Der Gaza-Krieg war durch den Großangriff der radikalislamischen Hamas und mit ihr verbündeter Kämpfer auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden, bei dem nach israelischen Angaben rund 1200 Menschen getötet wurden. 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Noch immer werden 57 Geiseln von den Islamisten festgehalten, mindestens 34 von ihnen sind nach Angaben der israelischen Armee bereits tot.
Als Reaktion auf den Hamas-Überfall geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die nicht unabhängig überprüft werden können, bislang etwa 60.000 Menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten.
Zu Beginn der Feierlichkeiten zum Jerusalem-Tag besuchte der rechtsextreme Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir am Montag den Tempelberg, der Juden wie Muslimen heilig ist. Der in der Jerusalemer Altstadt gelegene Tempelberg ist einer der Brennpunkte des israelisch-palästinensischen Konflikts. Mit der Al-Aksa-Moschee beherbergt er die drittheiligste Stätte des Islam, gleichzeitig verehren Juden den Tempelberg als Ort des von den Römern zerstörten Zweiten Tempels und damit heiligste Stätte des Judentums.
Alljährlich marschieren am Jerusalem-Tag tausende israelische Nationalisten und Ultraorthodoxe durch Jerusalem einschließlich der mehrheitlich von Palästinensern bewohnten Stadtteile. Bereits am Sonntagabend breiteten Feiernde auf einem Platz an der Klagemauer eine gigantische Israel-Flagge aus. Viele Palästinenser, die Jerusalem als Hauptstadt eines zukünftigen Palästinenserstaates für sich beanspruchen, werten den Marsch als gezielte Provokation.
Vor vier Jahren hatte die radikalislamische Hamas-Miliz während der Feiern zum Israel-Tag Raketen auf Jerusalem abgefeuert und damit einen zwölftägigen Krieg ausgelöst.
J.Williams--AMWN