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Zwei Tage nach Tarifabschluss: Deutsche Post streicht 8000 Stellen bis Ende 2025
Zwei Tage nach dem Tarifabschluss bei der Deutschen Post hat das Unternehmen den Abbau von rund 8000 Stellen angekündigt. Sie sollen bereits bis Ende des Jahres wegfallen, der Abbau solle sozialverträglich erfolgen, teilte der Konzern DHL am Donnerstag in Bonn mit. Er begründete den Stellenabbau im Bereich Post & Paket Deutschland mit sinkenden Briefmengen und steigender Kosten auch wegen des Tarifabschlusses.
Die DHL erklärte bei der Vorlage ihrer Jahreszahlen, sie wolle sich mit einem konzernweiten Wachstumsprogramm "schlanker und effizienter" aufstellen und insgesamt mehr als eine Milliarde Euro einsparen. Weltweit beschäftigt der Konzern eigenen Angaben zufolge rund 594.000 Menschen; im Bereich Post & Paket Deutschland sind es rund 187.000.
In diesem Geschäftszweig machen dem Unternehmen den eigenen Angaben zufolge steigende Kosten zu schaffen: Der Umsatz im Brief- und Paketgeschäft legte im vergangenen Jahr zwar um 2,7 Prozent auf rund 17,3 Milliarden Euro zu, das Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen lag mit 821 Millionen Euro jedoch 5,6 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Grund dafür ist auch die seit Jahren rückläufige Zahl der Briefsendungen. Diese ging laut DHL zwischen 2022 und 2024 um über 20 Prozent zurück. "Das profitable Paketgeschäft wächst zwar weiter, kann den Rückgang im Briefgeschäft und den anhaltenden Kostendruck jedoch nicht kompensieren", erklärte Konzernchef Tobias Meyer.
Erst am Dienstag hatten sich die Deutsche Post und die Gewerkschaft Verdi auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Für rund 170.000 Tarifbeschäftigte gibt es fünf Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 24 Monaten sowie mindestens einen zusätzlichen Urlaubstag. Das führt laut Meyer "allein in 2026" zu "strukturellen Belastungen in Höhe von rund 360 Millionen Euro".
Verdi kritisierte den angekündigten Stellenabbau. "Die Aussage des Postvorstandes, der Tarifabschluss sei ein Treiber für den Stellenabbau, weisen wir entschieden zurück", erklärte die stellvertretende Vorsitzende Andrea Kocsis. Grund sei vielmehr die Politik: "Der beabsichtigte Stellenabbau ist Ergebnis eines durch die Politik geförderten unfaireren Wettbewerbs in einem immer schneller schrumpfenden Briefmarkt."
Die kleinere Fachgewerkschaft DPVKOM nannte den Jobabbau einen "Schlag ins Gesicht aller Beschäftigten in diesem Bereich". Er werde den ohnehin vorhandenen Personalmangel in der Zustellung nochmals verschärfen", erklärte die Vorsitzende Christina Dahlhaus.
Für den gesamten Konzern meldete die DHL für 2024 einen Umsatzanstieg um drei Prozent auf rund 84,2 Milliarden Euro. Der Nettogewinn dagegen sank verglichen mit dem Vorjahr um 9,3 Prozent auf 3,33 Milliarden Euro.
"Wir erwarten auch für 2025 eine volatile weltpolitische und weltwirtschaftliche Lage", erklärte Tobias Meyer. "Doch wir wollen auch in diesem Umfeld weiter wachsen und konzentrieren uns auf die Maßnahmen, die wir selbst in der Hand haben." Dabei verwies er auf die geplanten Kostensenkungen.
M.A.Colin--AMWN