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Streiks im Nahverkehr am Donnerstag in mindestens fünf Bundesländern
Stromausfall in Berlin: Wegner will Stromnetz besser vor Anschlägen schützen
Nach dem großflächigen Stromausfall in Teilen der Hauptstadt will Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) die Sicherheit des Stromnetzes verbessern. Bereits jetzt verliefen 99 Prozent der Leitungen unter der Erde, sagte Wegner am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Das restliche eine Prozent müsse noch besser vor terroristischen Angriffen geschützt werden - wie auch die gesamte kritische Infrastruktur.
Seit Samstagfrüh waren insgesamt 45.000 Haushalte und 2200 Gewerbeeinheiten im Südwesten Berlins von der Stromversorgung abgeschnitten. Am Sonntagabend waren nach Angaben des Energieversorgers Stromnetz Berlin noch mehr als 30.000 Haushalte und rund 1.700 Gewerbekunden in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf und Wannsee betroffen. Erst am Donnerstag sollte die Stromversorgung wieder komplett wiederhergestellt sein.
Der Brand an einer Kabelbrücke am Teltowkanal und der darauffolgende Stromausfall wurde nach Erkenntnissen der Behörden durch Brandsätze verursacht. Aller Wahrscheinlichkeit nach geht der Anschlag auf das Konto von Linksextremisten, laut Polizei liegt ein Bekennerschreiben einer Organisation namens Vulkangruppe vor. Diese hatte sich unter anderem auch im März 2024 zu einem Brandanschlag auf das Tesla-Werk im brandenburgischen Grünheide bekannt.
Bei dem Anschlag seien professionelle Täter am Werk gewesen, betonte Wegner im "Morgenmagazin." Die Tat sei "kein Zufallsprodukt". Er gehe auch davon aus, dass der Zeitpunkt genau abgepasst war - als die Temperaturen besonders frostig wurden. Die Angreifer spielten damit bewusst mit dem Leben von Menschen, so Wegner.
In dem betroffenen Gebiet liegen auch Pflegeeinrichtungen, Schulen und Krankenhäuser. Die Behörden richteten drei Notunterkünfte und mehrere Anlaufstellen für Bürgerinnen und Bürger zum Aufwärmen und Aufladen von Handys ein. Rund 20 betroffene Schulen sollen laut Senat zunächst bis Mittwoch geschlossen bleiben.
Die Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) sprach am Montag im Inforadio des RBB von einem Angriff auf die freie Gesellschaft. "Die Frage ist ja, sind das nur linke Gruppen von Aktivisten, die ideologisch unterwegs sind, oder steckt da mehr dahinter. Das muss unbedingt ermittelt werden", forderte Giffey. Die Sicht auf die Gesellschaft, die aus Bekennerschreiben hervorgehe, sei "hochgradig gefährlich".
F.Schneider--AMWN