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Mehr als 220 Euro pro Kopf: Investitionen in Schienennetz weiter gestiegen
Die staatlichen Investitionen in die deutsche Schieneninfrastruktur sind im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Der Bund erhöhte seine Ausgaben für das Schienennetz im Jahr 2025 auf 222 Euro pro Kopf, wie das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene und das Beratungsunternehmen SCI Verkehr am Mittwoch mitteilten. Sie begrüßten diese Entwicklung - mahnten zugleich aber mehr Verlässlichkeit beim Aus- und Neubau des Bahnnetzes an.
Im Vergleich zu früheren Jahren sind die Investitionen deutlich gewachsen: 2015 etwa waren in Deutschland nur 56 Euro pro Kopf für die Schieneninfrastruktur ausgegeben worden. 2024 war dann mit 198 Euro je Einwohner ein neuer Rekordstand erreicht worden, der nun nochmals übertroffen wurde.
Verglichen mit anderen Ländern in Europa machte die Bundesrepublik damit beim vielfach kritisierten Schienennetz zuletzt Boden gut, blieb jedoch 2025 weiter deutlich hinter den Spitzenreitern zurück: So wurden in Österreich nach Angaben der Allianz pro Schiene und von SCI Verkehr 359 Euro und in der Schweiz 504 Euro pro Kopf investiert; in Luxemburg waren es gar 622 Euro je Einwohner.
Die Allianz pro Schiene appellierte am Mittwoch zudem an die Bundesregierung, "das hohe Investitionsniveau dauerhaft zu sichern und insbesondere für den überfälligen Kapazitätsausbau im Schienennetz langfristig mehr Mittel bereitzustellen". Nötig sei zudem eine neue Finanzierungsarchitektur, forderte das Verkehrsbündnis. Nur so könnten Aus- und Neubauprojekte auf der Schiene künftig "verlässlich und über mehrere Jahre finanziert werden".
Deutschland habe es in den vergangenen zwei Jahren geschafft, "die Investitionen in das Schienennetz deutlich zu steigern", begrüßte Allianz-pro-Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege den Trend. Es sei jedoch "völlig unverständlich, dass trotz des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität der Aus- und Neubau des Schienennetzes weitgehend auf der Strecke bleibt", kritisierte er.
Auch an der Art, wie das Geld investiert werde, müsse sich etwas ändern: "Investitionen ins Schienennetz dürfen nicht Jahr für Jahr davon abhängig gemacht werden, wie viel im Bundeshaushalt übrig bleibt", erklärte er. "Der Bund muss endlich eine verlässliche Finanzierung über mehrere Jahre aufbauen, wie es etwa in der Schweiz seit vielen Jahren der Fall ist."
SCI-Verkehr-Geschäftsführer Alexander Borchers mahnte, das Sondervermögen dürfe nicht dazu führen, "dass wir die Eisenbahn von gestern neu bauen". Jeder investierte Euro müsse das Netz "leistungsfähiger, digitaler und robuster machen - für mehr Kapazität, mehr Zuverlässigkeit und die Herausforderungen von Klima, Demografie und Verteidigung", forderte er.
F.Bennett--AMWN