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Geschäft mit Finanzderivaten: EU eröffnet Kartellverfahren gegen Deutsche Börse
Die EU-Kommission hat ein formelles Kartellverfahren gegen die Deutsche Börse wegen mutmaßlicher Wettbewerbsverstöße im Geschäft mit Finanzderivaten eingeleitet. Es werde geprüft, ob der Frankfurter Börsenbetreiber sich mit dem US-Technologieindex Nasdaq "im Bereich der Notierung, des Handels und der Abwicklung von Finanzderivaten im Europäischen Wirtschaftsraum abgestimmt" habe, erklärte die Kommission am Donnerstag. Die Deutsche Börse erklärte, das Unternehmen stehe wegen der Angelegenheit im "konstruktiven Dialog" mit Brüssel.
Die Kommission prüft, ob die beiden Finanzdienstleister, Vereinbarungen getroffen haben, um nicht miteinander in Konkurrenz zu treten. Die Kommission erklärte, sie verdächtige die Deutsche Börse und Nasdaq, Preise abgesprochen und sensible Markt-Informationen ausgetauscht zu haben. Sollte sich dies bestätigen könnte dies gegen die EU-Wettbewerbsregeln verstoßen, hieß es. Die Untersuchung sei Teil der Bemühungen der Kommission, einen "fairen und offenen Binnenmarkt sowie eine vollständig integrierte Kapitalmarktunion zu gewährleisten".
Die EU-Wettbewerbshüter ermittelt seit Herbst vergangenen Jahres gegen die Deutsche Börse. In diesem Zusammenhang gab es auch Razzien bei dem Finanzdienstleister. Sollte sich der Verdacht bestätigen drohen dem Unternehmen Strafen in Höhe von bis zu zehn Prozent seines weltweiten Jahresumsatzes.
Kommission und Deutsche Börse betonten, dass die formale Einleitung der Untersuchung kein Hinweis auf deren Ergebnis sei. Das Verfahren befinde sich "noch in einem frühen Stadium", hieß es aus Frankfurt
Finanzderivate sind Finanzkontrakte, deren Wert sich aus der Entwicklung zugrunde liegender Vermögenswerte wie Anleihen, Aktien oder Rohstoffe ableitet.
Die Deutsche Börse betreibt die Wertpapierbörse in Frankfurt am Main und ist ein wichtiger Akteur auf den europäischen Finanzmärkten. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben mit mehr als 15.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit vertreten, unter anderem auch in New York und Chicago.
P.M.Smith--AMWN