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Frankreichs Wirtschaftsminister veröffentlicht Roman über Star-Pianisten Horowitz
Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire hat seine Nebentätigkeit als Romanschriftsteller verteidigt. "Literatur erlaubt mir, aus dem Alltag zu fliehen, Abstand zu gewinnen, auf neue Gedanken zu kommen", schrieb Le Maire am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter, anlässlich der Veröffentlichung seines jüngsten Romans. "Viele fragen mich, wie ich als Minister die Zeit zum Schreiben finde", bemerkte er.
Er liebe seinen Beruf im Dienst der Franzosen, aber er achte auch auf seine persönliche Ausgeglichenheit. Zwei Dinge seien für ihn "nicht verhandelbar": Zeit mit seiner Familie zu verbringen und seiner Leidenschaft als Schriftsteller nachzugehen. "Dafür lohnt es sich, früher aufzustehen, später schlafen zu gehen und seine Wochenenden und Ferien zu opfern", schreibt Le Maire.
Sein jüngster Roman "La Fugue américaine" (Die amerikanische Fuge) erzählt von dem Klaviervirtuosen Vladimir Horowitz, der bei einem Konzert auf Havanna 1949 zwei Brüder der aus Deutschland geflohenen jüdischen Familie Wertheimer trifft. Die Begegnung ändert für alle drei deren Leben.
Es sei ein Roman über Ungleichgewicht, Fehler und Verletzlichkeiten, schreibt die Zeitung "Le Journal du Dimanche". "Es gibt kein erfülltes Leben ohne die Anerkennung seiner Brüche", sagte Le Maire im Interview mit der Zeitung.
Der 54-Jährige zählt zu den politischen Schwergewichten in der Regierung von Präsident Emmanuel Macron und als Kandidat für dessen Nachfolge 2027. Er war bereits 2016 bei der Vorwahl für die Präsidentschaftskandidatur der Mitte-Rechts-Parteien angetreten, aber nur auf gut zwei Prozent der Stimmen gekommen.
Le Maire stammt aus einer gutbürgerlichen katholischen Familie, hat die Eliteverwaltungshochschule ENA besucht und spricht fließend Deutsch. Er ist verheiratet und Vater von vier Söhnen.
J.Williams--AMWN