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Oberstes Gericht in Bangladesch hebt Todesstrafe gegen führenden Islamisten auf
Das Oberste Gericht in Bangladesch hat am Dienstag die Todesstrafe gegen den islamistischen Politiker A.T.M. Azharul Islam aufgehoben und dessen Freilassung angeordnet. Islam war im Jahr 2014 unter der im vergangenen Jahr gestürzten Regierungschefin Sheikh Hasina wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt worden. Dem stellvertretenden Generalsekretär der Partei Jamaat-e-Islami waren Mord, Vergewaltigung und Völkermord während des Unabhängigkeitskriegs 1971 gegen Pakistan vorgeworfen worden.
Gemeinsam mit Islam waren während der Regierungszeit Hasinas fünf weitere führende Islamisten in Bangladesch verurteilt worden. Außer ihm wurden alle hingerichtet. "Ihm wurde Gerechtigkeit zuteil, weil er am Leben ist", sagte Islams Anwalt Shishir Monir vor Journalisten.
Bangladeschs Ex-Regierungschefin Hasina war im August vergangenen Jahres nach wochenlangen Massenprotesten nach Indien geflohen. Die Armee setzte daraufhin eine Übergangsregierung mit dem Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus an der Spitze ein. Parteien wie Jamaat-e-Islami bereiten sich nun auf die nächsten Wahlen vor. Die Übergangsregierung hat erklärt, diese bis spätestens Juni 2026 abhalten zu wollen.
Während der Proteste gegen Hasina waren damals hunderte Menschen bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei getötet worden. Die Vereinten Nationen beziffern die Zahl der Toten mit 1400. Hasina hatte Bangladesch 15 Jahre lang mit harter Hand regiert. Ihrer Regierung wurden Menschenrechtsverletzungen bis hin zur unrechtmäßigen Inhaftierung und Tötung von Oppositionellen vorgeworfen.
P.Costa--AMWN