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Bischof Bätzing zu Erwartungen an neuen Papst: Leo XIV. "kein Zauberer"
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, sieht den synodalen Weg zu Reformen der katholischen Kirche in Deutschland durch den neuen Papst Leo XIV. nicht ausgebremst. Der Papst stehe "in den wesentlichen Punkten" in Kontinuität zu seinem Vorgänger Papst Franziskus, sagte Bätzing am Montag zum Auftakt der Herbstvollversammlung der katholischen deutschen Bischöfe in Fulda. Zugleich betonte er: "Der Papst ist kein Zauberer".
Der Papst sehe die Spannungen in der Kirche und wolle verbinden. Das sei "die ganz klare Botschaft, die er setzt - und das ist auch sein Auftrag".
Der neue Papst hatte in einem in der vergangenen Woche veröffentlichten Interview deutlich gemacht, dass er keine grundlegende Änderungen der katholischen Kirche im Umgang mit Frauen, LGBTQ-Rechten oder dem Missbrauchsskandal durch Priester vornehmen werde. Er halte es zumindest in naher Zukunft für "höchst unwahrscheinlich", dass sich die Lehre der Kirche zu Sexualität oder Ehe ändern werde.
Auch Erwartungen hinsichtlich der viel diskutierten Frage des Zugangs von Frauen zum Amt der Diakonin dämpfte der Pontifex. "Ich habe derzeit nicht die Absicht, die Lehre der Kirche zu diesem Thema zu ändern", sagte er in dem Interview.
"Der Papst ist kein Zauberer, und die Weltkirche bewegt sich in anderen Tempi", betonte Bätzing. Er sehe "in keinster Weise" einen Gegensatz zu den Reformbemühungen der katholischen Kirche in Deutschland. Der Papst habe eine Weltperspektive vor Augen, und er vertraue auf die Synodalität.
"Wir bleiben mit der Weltkirche in Verbindung, maßvoll werden wir andere Dinge tun", weil es die pastorale Situation in Deutschland und die Seelsorge an den Menschen notwendig machen, "aber wir bleiben zusammen", sagte der Bischof, der zugleich betonte: "Papst Leo ist keine Kopie von Papst Franziskus."
Zum ersten Mal seit der Wahl des neuen Papsts Leo XIV. kamen die katholischen deutschen Bischöfe zu einer Vollversammlung zusammen. Bei dem bis Donnerstag in Fulda stattfindenden Herbsttreffen geht es unter anderem um die Ergebnisse der Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung, die einen rapiden Rückgang des Glaubenslebens in Deutschland dokumentierte.
Auch über das Thema der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs wollen die 58 Mitglieder der Bischofskonferenz beraten. Zudem soll der innerkirchliche Umgang mit der Coronapandemie aufgearbeitet werden. Auch soll über eine Stellungnahme zum Wehr- und Freiwilligendienst beraten werden.
Besorgt äußerte sich Bätzing über die weltpolitische Lage, die "bedrohlicher und besorgniserregender denn je" sei. Frieden in der Ukraine werde es nur geben, wenn der russische Aggressor die Waffen niederlege. Besorgt zeigte er sich auch über den eskalierenden Konflikt im Nahen Osten. Das Inferno sei durch den Überfall der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden, und es sei "ein unendliches Leid" daraus entstanden.
"Wir stehen an der Seite Israels, aber wir kritisieren die Vorgehensweise der israelischen Regierung", fügte er hinzu. Es sei "menschenverachtend, was im Gazastreifen passiert". Die Welt müsse auf eine Zweistaatenlösung hinarbeiten.
D.Moore--AMWN