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Lange getrennte Porträts einer Familie in dänischem Museum wieder vereint
200 Jahre lang waren die Porträts einer flämischen Familie aus dem 17. Jahrhundert getrennt, weil das Bild von Mutter, Vater und Sohn aus unerfindlichen Gründen zerschnitten wurde. Jetzt sind beide Gemälde wieder vereint und hängen in der Nivaagaards-Sammlung in Niva nördlich der dänischen Hauptstadt Kopenhagen direkt nebeneinander.
Experten hatten auf dem "Doppelporträt eines Vaters und eines Sohnes", das 1626 vom flämischen Maler Cornelis de Vos geschaffen wurde, mehrere Hinweise auf eine fehlende Frau gefunden. In der unteren rechten Ecke des Gemäldes, das seit 1907 Teil der Sammlung des Museums ist, sind Teile einer dritten Person zu erkennen. "Da ist ein Kleid mit einem Knie darunter und ein Teil eines Stuhls", sagt Museumsdirektorin Andrea Rygg Karberg.
Kunsthistoriker machten die fehlende Frau schließlich auf einem anderen Bild ausfindig: Die Frau, die wie ihr Ehemann schwarz gekleidet ist und eine große weiße Halskrause trägt, findet sich auf dem Bild "Porträt einer Dame" von de Vos. Der niederländische Galerist Salomon Lilian hatte es 2014 ersteigert. Bei der Restaurierung des Gemäldes wurde eine Landschaft im Hintergrund sichtbar, die genau zum Hintergrund des "Doppelporträts eines Vaters und eines Sohnes" passt.
Als der Forscher Jorgen Wadum ein Foto des restaurierten Gemäldes sah, zählte er eins und eins zuammen. "Plötzlich wurde ihm klar: Wow, das ist die verschwundene Mutter", berichtet Rygg Karberg. Das Bild passe wie "wie in einem Puzzle" zu dem Bild im Nivaagaard-Museum. "So etwas passiert nur einmal im Leben", schwärmt die Museumsdirektorin. Mit Hilfe der Carlsberg-Stiftung konnte ihr Museum auch das Bild der Mutter erwerben.
Warum die Familie auf dem Bild getrennt wurde, ist bisher unklar. Rygg Karberg hält es für möglich, dass das Gemälde in zwei Teile zerschnitten wurde, weil die Leinwand beschädigt war. Die Experten gehen davon aus, dass das Gemälde bis mindestens 1830 intakt war. Erstmals erwähnt wurde das "Doppelporträt eines Vaters und eines Sohnes" im Jahr 1859 erwähnt.
H.E.Young--AMWN