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Vor Referendum über Beitrittsverhandlungen: Island und EU besiegeln Verteidigungsabkommen
Wenige Monate vor einem geplanten Referendum über EU-Beitrittsverhandlungen in Island haben der nordische Staat und die Union ein Verteidigungsabkommen besiegelt. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas und Islands Verteidigungsministerin Thorgerdur Katrin Gunnarsdottir unterzeichneten am Mittwoch in Brüssel das Vertragswerk, mit dem insbesondere die Zusammenarbeit in der Arktis gestärkt werden soll.
Seitens der EU hieß es, das Abkommen sei ein "wichtiger Meilenstein" und verleihe den "bereits tiefen Beziehungen" zu Island einen "Impuls". Die EU hatte zuletzt bereits Verteidigungsabkommen unter anderem mit Großbritannien, Indien und Kanada abgeschlossen.
Island verfügt über keine eigenen Streitkräfte und setzt in Verteidigungsfragen auf die USA und die Nato. Die seit Monaten wiederholt von US-Präsident Donald Trump geäußerte Absicht, das nur knapp 400 Kilometer von Island entfernte dänische Autonomiegebiet Grönland zu annektieren, löste auch in Island Besorgnis aus.
Der Inselstaat im Nordatlantik gehört nicht der EU an, ist allerdings Teil des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und hat somit - wie die Nicht-EU-Mitglieder Liechtenstein und Norwegen - Zugang zum EU-Binnenmarkt. Anfang März hatte die Regierung in Reykjavik vorgeschlagen, am 29. August das isländische Volk per Referendum über eine Wiederaufnahme der 2015 ausgesetzten EU-Beitrittsgespräche abstimmen zu lassen.
C.Garcia--AMWN